Herkunft der Craniosacral Therapie
Die Craniosacral Therapie entstand aus der Ostheopathie, die 1874 von Andrew Taylor Still entwickelt wurde. Sein Schüler William Garner Sutherland begründete 1899 daraus die kraniosacrale Ostheopathie.
Physiologisch gründet diese Methode auf dem Konzept des sogenannten „Breath of Life“ und der Primären Respiration– einem subtilen, rhythmischen Bewegungs- und Regulationsprinzip im gesamten Organismus, das sich in Wechselwirkungen von Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit), Gewebe und Nervensystem ausdrückt. Diese Rhythmen, die sogenannten "Tides" gehen über die sichtbare Lungenatmung hinaus und spiegeln Grundmuster der Vitalität und des Stoffwechsels. Eine geübte Therapeut*in nimmt diese Rhythmen über feine manuelle Berührungen wahr und begleitet Klient*innen in einen Prozess, der Selbstregulation, Resilienz und Kohärenz auf verschiedenen Ebenen fördert.
Die Craniosacral Therapie hat sich seither in verschiedene Unterformen entwickelt und noch verfeinert, beinhaltet aber weiterhin dieses Grundverständnis.
Die Biodynamische Craniosacral Therapie
Die sogenannte Biodynamische Craniosacral Therapie verzichtet weitgehend auf korrigierende Techniken und orientiert sich stattdessen an den natürlichen Ordnungs- und Regulationsprozessen des Körpers. Im Mittelpunkt steht nicht das Verändern, sondern das Zulassen und Begleiten dessen, was sich aus der inneren Intelligenz des Systems heraus zeigen möchte. Zudem spielt die therapeutische Präsenz eine zentrale Rolle. Die innere Haltung von Ruhe, Neutralität und Offenheit wird als wesentlicher Wirkfaktor verstanden und bildet einen der Grundpfeiler der biodynamischen Craniosacral Therapie.
Zusammengefasst liegt die Qualität der biodynamischen Craniosacral Therapie somit nicht im „Tun“, sondern im bewussten Nicht-Eingreifen: Sie schafft Bedingungen, unter denen der Körper seine Fähigkeit zur Selbstregulation, Stabilität und inneren Balance wiederfinden kann.